Tutorial

Was sind Spiegelreflexkameras?

Wie funktioniert eine Spiegelreflexkameras und was sind DSLRs?

Was sind Spiegelreflexkameras? Foto: xyfoto.de
10.01.2015

Was unterscheidet eine Spiegelreflexkamera von normalen Kameras? Und welche Unterschiede, Vor- und Nachteile gibt es zwischen analogen und digitalen Spiegelreflexkameras?

Eine Spiegelreflexkamera ist eine Kamerabauart, die über einem integrierten Schwingspiegel verfügt, mit dem sich ein Fotomotiv durch den Sucher erfassen lässt. Es gibt sowohl analoge als auch digitale Spiegelreflexkameras, wobei Letztere, inzwischen Standard ist. Beide arbeiten prinzipiell genauso, jedoch mit dem Unterschied, dass die Bildspeicherung bei der analogen Bauart über einen Negativ-Film und bei der digitalen über einen Sensor erfolgt. 


Eine Spiegelreflexkamera besteht grundsätzlich aus den Komponenten Bildnehmer und Objektiv. Der Bildnehmer, auch Body genannt, ist die eigentliche Kamera, in dem die Aufnahmen gespeichert werden. Das Objektiv ist für die Motivbetrachtung im Sucher zuständig. Sie ist variabel wählbar und wird an den Bildnehmer angeschraubt.


Die digitale Spiegelreflexkamera wird auch DSLR genannt, (Abkürzung für Digital-Single-Lens-Reflex). Der Begriff Single-Lens bedeutet, dass nur ein Objektiv am Body vorhanden ist. Es gibt auch Spiegelreflexkameras mit zwei Objektiven, den sogenannten Twin-Lens-Reflex-Modellen. Diese sind inzwischen jedoch unüblich. 

Funktionsweise von digitalen Spiegelreflexkameras:

Die Prinzip einer digitalen Spiegelreflexkamera funktioniert so, dass das einfallende Licht im Objektiv per Schwingspiegel durch ein zusätzliches Spiegel-Linsen-System auf den Sucher, auch Okkular genannt, geleitet wird. Erst wenn das Motiv am Sucher angelangt ist, ist es für den Fotografen sichtbar. Wurden vom Fotografen dann alle erforderlichen Feineinstellungen für ein optimales Bild am Objektiv vorgenommen und dann auf den Auslöser gedrückt, wird die Bildaufnahme auf den Bildsensor projiziert und der Spiegel wird umgeklappt.

Funktionsweise einer Spiegelreflexkamera Foto: © "xyfoto.de"

Dadurch wird eine Umleitung des Motivs erzeugt, wodurch das Motiv beim Verschluss angelangt und nicht mehr beim Sucher. Für Sekundenbruchteile öffnet sich dann der Verschluss für die Belichtungszeit. Hinter dem Verschluss ist heutzutage der digitale Sensor untergebracht, der über sehr lichtempfindliche Zellen, den sogenannten Pixeln verfügt.

Analoge Spiegelreflexkamera Foto: © "xyfoto.de"

Bei analogen Spiegelreflexkameras befindet sich hinter dem Verschluss der eingelegte Film. Als Richtwert entspricht meist ein Sensor einem Pixel. Das auf den Sensor einfallende Licht, produziert Ladungsträger auf den Pixeln des Sensors. Im Anschluss werden die Pixel per Analog-/Digitalwandler in ein Bild umgewandelt, sobald der Verschluss nach Ablauf der Belichtungszeit wieder verschlossen ist.

Daraufhin werden die Bilddaten auf dem entsprechenden Datenträger als Bilddatei in gängigen Bildformaten gespeichert. Der Schwingspiegel wird erneut umgeklappt und in den Ursprungszustand zurückgesetzt, so dass das Bild wieder im Sucher für den Fotografen sichtbar ist. Übrigens ist der klappbare Schwingspiegel auf der einen Seite komplett transparent und auf der Rückseite matt und undurchsichtig, je nachdem auf welche Seite er gekippt wird. Der Vorgang des Umklappens ist auch für das klickende Auslöse-Geräusch der Kamera verantwortlich.

Das Duell: Analoge und digitale Spiegelreflexkameras

Vor gut zehn Jahren waren analoge Spiegelreflexkameras noch der branchenübliche Standard in der Fotografie. Sie erforderten jedoch damals kostspielige Filme, sowie eine oft wochenlange Entwicklungszeit, mit der Ungewissheit, ob die erzeugten Bilder überhaupt gelangen. 


Die digitale Revolution ermöglichte jedoch einen rasanten Wandel, so dass DSLRs für nahezu alle Aufnahmezwecke verwendet werden und den Markt beherrschen. Sie ermöglichen Fotografien auf digitalen Speichermedien sofort anzusehen und abzuspeichern. Diese Fotografien lassen sich dann per USB oder anderen Anschlüssen auf den PC übertragen und in Bildbearbeitungsprogrammen weiter bearbeiten. Ferner spricht für digitale Spiegelreflexkameras, die deutlich bessere Bildauflösung und Schärfe, die mit einer möglichst hohen Zahl an Megapixeln erzielt wird.

Des Weiteren spricht für sie ein höherer Kontrastumfang, sowie die Nachbearbeitungsmöglichkeiten, beispielsweise für fehlbelichtete Aufnahmen. Auch die Duplizierung von Bildaufnahmen, ist mit ihr ohne Qualitätsverluste, im Gegensatz zur analogen Fotografie, problemlos möglich.

Bildbearbeitung RAW-Format DSLR Foto: © "xyfoto.de"


Analoge Spiegelreflexkameras sind zwar in der Minderzahl, dennoch sind sie im Einsatz. Sie werden heutzutage meist für schwarz/weiß Fotografien und nostalgische Zwecke verwendet. 
Betrachtet man die anfallenden Kosten für beide Spiegelreflexkameratypen, ist der Vergleich etwas schwierig. Einerseits spart man sich bei digitalen Spiegelreflexkameras das Geld für den Film und die Kosten zur Bilderstellung sind somit bei weitem günstiger. Mit der Zeit amortisiert sich dies jedoch, wenn man bedenkt, dass man dafür in Speicherkarten, Computer und Bildbearbeitungssoftware investieren muss.

Nicht vergessen werden darf der Akku, von dem man mindestens einen Reserveakku besitzen sollte. Die Akkus sind zudem oftmals spezifisch für die jeweilige Kamera angepasst. Ist der Akku nach wenigen Jahren defekt, hilft auch die Kamera nicht viel. Bei DSLRs sind hochwertige Modelle ziemlich kostenintensiv, die nach drei oder vier Jahren schon technisch überholt sind und nur noch einen geringen Wert im Vergleich zum Neupreis haben. Dennoch sind sie, aufgrund der überragenden Qualität und des Leistungsumfangs, analogen Kameras vorzuziehen.

Individueller Kameratyp:

Die Bedürfnisse, Vorkenntnisse und der Verwendungszweck für eine DSLR sind bei jedem Nutzer unterschiedlich, sodass es keine generelle Antwort für eine Kaufentscheidung gibt. Man kann aber an bestimmten Kriterien der Kamera erkennen, ob es eine professionelle DSLR oder ein Einsteigermodell ist. Profi-DSLR kosten meist so um die 2000 Euro aufwärts, während gute Einsteigerkamera schon ab 500 Euro zu haben sind.

Verfügt eine Kamera über viele Automationsfunktionen, wie beispielsweise Bildstabilisator, Autofokus und Auto-ISO ist dies für Einsteiger von Vorteil, da es dann meist an Erfahrung und Kenntnis für manuelle Feineinstellungen fehlt. Manche Funktionen wie Autofokus, die zur Scharfstellung und Ermittlung des Abstands zum Motiv dient, benötigt bei Einsteiger-Modellen mehr Zeit. An der Auflösungsanzahl in Megapixeln und der Prozessorschnelligkeit, sowie HDR lassen sich ebenfalls die Unterschiede erkennen.

Preiswerte Modelle verfügen kaum über einen Vollformatsensor, der für sehr hohe ISO-Werten wichtig ist. Auch wenn es bei Einsteigermodellen nicht immer Standard ist, wäre es von Vorteil, wenn ein zusätzliches LCD-Display vorhanden ist. Dafür ist das Gewicht bei Einsteiger-DSLRs geringer, als bei Profi-DSLRs - praktisch wenn man sie lange mit sich herumträgt.


Generell lässt sich Einsteigern den Tipp geben, eher am Funktionsumfang der Kamera zu sparen, dafür nicht am Objektiv, damit hochwertige Bilder von Anfang an gewährleistet sind.

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