Tutorial

Traumhafte Winterfotos knipsen

Herausforderungen beim Fotografieren im Schnee

Traumhafte Winterfotos knipsen Foto: ap - xyfoto.de
28.01.2015

Für die einen mag es eine trostlose Zeit sein, andere freuen sich darauf, wie kleine Kinder auf Weihnachten: Einen Winter mit viel Schnee. Nicht nur Skifahrer, Snowboarder und Langläufer freuen sich über die weiße Pracht, auch viele Fotografen können dem glitzernden Schnee etwas abgewinnen.

Schöne Winterlandschaften oder Skifahrer im Pulverschnee zu fotografieren ist eine spezielle Herausforderung – sowohl für den Fotografen selber als auch für seine Ausrüstung. Wenn man ein paar grundlegende Regeln beachtet, kann man aber tolle Fotos für das nächste Fotobuch schießen.

Eine Gefahr bei verschneiten Winterlandschaften ist, dass sie auf dem Foto wie ein einziger großer weißer Fleck aussehen. Um das zu verhindern, muss man sich ein wenig mit dem richtigen Bildaufbau beschäftigen. Ein paar Bäume oder Felsen im Vordergrund können ein Bild genauso aufwerten wie Personen. Auch dem Himmel sollte man genug Platz lassen, um dem Foto Wirkung zu verleihen. Makroaufnahmen von interessanten Details mit viel Schnee im Hintergrund können auch ganz interessant sein.

Schnee ist weiß. Nicht grau, nicht bläulich, sondern weiß. Gelben Schnee sollte man prinzipiell meiden, das wissen auch schon die kleinen Kinder. Wenn der Schnee auf den Fotos nicht weiß ist, dass hat das einen Grund: die Belichtungsautomatik der Kameras. Diese wird durch das viele Weiß und vielleicht noch durch viele Reflexionen an und über ihre Grenzen gebracht. Die Belichtungsmesser sind auf einen mittleren Grauwert geeicht, deshalb erscheint auch der Schnee oft etwas gräulich. Aber man kann sich hier relativ leicht Abhilfe schaffen: Viele Kameras haben eigene „Schnee“-Programme, die ganz gute Ergebnisse liefern. Man kann auch die Belichtungskorrektur verwenden, um bessere Ergebnisse zu erzielen. Einfach Stufe für Stufe erhöhen (nicht alle Kameras haben diese Funktion) und die Ergebnisse auf dem Display und mit dem Histogramm überprüfen. Dabei sollte die Tonwerte vor allem im rechten Bereich – also in jenem, der die weißen Anteile des Fotos zeigt – hoch sein. Auch die Veränderung des ISO-Wertes kann zu einer Verringerung der Grauwerte führen – einfach probieren.

Wer den Schnee beim Fallen fotografieren möchte, der sollte auf eine möglichst kurze Belichtungszeit achten. Immer wenn Bewegung im Spiel ist und man zu lange belichtet, sind verschwommene Aufnahmen die Folge. Wer Fotos entwickeln lassen möchte, will aber im Normalfall scharfe Aufnahmen. Deshalb soll man eine kurze Verschlusszeit wählen, um die Schneeflocke beim Fallen und doch scharf zu fotografieren. Auch ISO-Wert und Blende sollten angepasst werden, bei den meisten Programmen geschieht dies aber sowieso automatisch.

 

Wer die Flocken nicht scharf, sondern verschwommen fotografiert, kann so auch etwas Bewegung auf den Fotos festhalten. Es ist immer Geschmacksache, was einem besser gefällt, und kommt ganz bestimmt auch auf die jeweilige Situation an. Eine brennende Kerze in einer Laterne und im Hintergrund verschwommene fallende Schneeflocken können aber schon magische Motive für ein Fotobuch sein.

 

Neben der speziellen Herausforderungen für den Fotografen (Belichtung, Weißabgleich), gibt es aber auch Herausforderungen für das Material. Hinausgehen, abdrücken, Fotos entwickeln – ganz so einfach ist es im Winter nicht. Bei niedrigen Temperaturen halten die Akkus nicht so lange wie bei 20 Grad. Deshalb ist es zu empfehlen, dass man sich Ersatzakkus mitnimmt. Wenn die Akkus relativ warm – zum Beispiel in der Jackentasche oder in der Hosentasche – gelagert werden, erhöht sich ihre Einsatzdauer. Wichtig ist auch, dass man die Kamera vor dem Eindringen von Nässe schützt. Bei Schneefall kann deshalb eine ganz einfache Plastiktüte gute Dienste leisten. Vorsicht ist auch geboten, wenn man einen vorbeifahrenden Skifahrer ablichten möchte – wenn dieser schwungvoll bremst und den Fotograf samt Kamera „einstaubt“, kann dies das Ende der teuren Technik gewesen sein. Wer nach dem Fotografieren in die warme Hütte zum Aufwärmen geht, sollte die Kamera in der Fototasche belassen. Dort kann sie sich langsam an den Temperaturunterschied gewöhnen. Packt man sie gleich aus, kann Kondenswasser entstehen, was auch zu Schäden an manchen Teilen führen kann. Zum Fotografieren in der Kälte empfiehlt es sich, ein dünnes Paar Handschuhe anzuziehen. Mit dicken Handschuhen kann man die Kamera kaum bedienen, ohne Handschuhe wird es schnell zu kalt. Denn auch das Kameragehäuse nimmt die kalten Umgebungstemperaturen an, so bekommt man schnell richtige Eiszapfen statt warmer Finger.

Wer einen schönen Wintertag nutzen möchte, um ein Fotobuch zu gestalten oder traumhafte Landschaften abzulichten und die Fotos entwickeln zu lassen, der sollte sich obengenannte Tipps ein wenig zu Herzen nehmen. Das bringt sicherlich ganz gute Ergebnisse und viel Freude an den geschossenen Aufnahmen.

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