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Spiegelreflex‐Kamera Basics #4: Was ist die Blende und Blendenzahl bei einer Kamera?

Mit der richtigen Einstellung der Blende faszinierende Fotos erstellen.

Spiegelreflex‐Kamera Basics #4: Was ist die Blende und Blendenzahl bei einer Kamera? Foto: ap - xyfoto.de
17.01.2015

Viele Hobbyfotografen benutzen eine digitale Spiegelreflexkamera, doch in vielen Fällen betätigten sie lediglich den Auslöser und nutzen nicht das volle Potential einer solchen Kamera. Drei Dinge sind es, die der Fotograf im Blickfeld haben muss, den ISO-Wert, die Belichtungszeit und die Blende. Vor allem die beiden letzten hängen eng zusammen und jeder Fotograf tut gut daran, sich damit zu befassen.

So kann sich der Fotograf Schritt-für-Schritt von den vorgegebenen Einstellungen entfernen und Fotos machen, die genau seinen Vorstellungen entsprechen. Bei stark geöffneter Blende kann die Belichtungszeit kürzer sein, weil ohnehin genügend Licht auf den Sensor fällt. Der ISO‐Wert gibt die Lichtempfindlichkeit des Sensors an. Bei weit geöffneter Blende kann die Lichtempfindlichkeit geringer sein. 

Was ist eigentlich die Blende? 

Die Blende ist die Öffnung, die entscheidet, wie viel Licht auf die Lichtsensor fällt. Wenn die Blende weit geöffnet ist, dann fällt mehr Licht auf den Sensor, ist die Öffnung kleiner, dringt weniger Licht in den Fotoapparat. Wie weit die Blende geöffnet ist, lässt sich an der sogenannten Blendenzahl ablesen.

Die Blendenzahl erscheint in der Form f/Nummer. Je größer die Zahl, desto geschlossener ist die Blende und desto weniger Licht fällt auf den Sensor des Fotoapparats.

Die Blendeneinstellungen am Fotoapparat lassen sich entlang der sogenannten Blendenreihe festlegen. Die Blende mit dem Wert f/1.4 bedeutet eine vollständig geöffnete Blende. Bei jedem Schritt in der Blendenreihe halbiert sich die Menge des einfallenden Lichts. Der nächste Wert aus der Blendenreihe ergibt sich durch die Multiplikation des vorherigen Werts mit der Zahl Wurzel aus 2, also ungefähr 1,4. Somit ergeben sich folgende Werte: f/1,4, f/2; f/2,8, f/4, f/5,6, f/8 und so fort. 

Die Blende und die Belichtungszeit

Die Blende und die Belichtungszeit hängen sehr eng zusammen. Der Zusammenhang ist ganz einfach:

Bei einer weit geöffneten Blende – einer kleinen Blendenzahl - kann die Belichtungszeit dementsprechend kürzer ausfallen. Bei einer geschlossenen Blende – einer großen Blendenzahl - muss die Belichtungszeit höher sein.

Diesen Zusammenhang kann man sich ganz einfach verdeutlichen: Wenn man sich die Blende einfach als Loch vorstellt, dann muss durch ein kleineres Loch länger Licht fallen, damit die gleiche Belichtung erreicht wird. Bei praktisch jeder digitalen Spiegelreflexkamera kann die Einstellungen Blendenpriorität (AV‐ oder A‐Modus) gewählt werden, bei der nur die Blende eingestellt werden muss. Die korrekte Belichtungszeit wird automatisch durch die Kamera ermittelt. Damit können sich vor allem Anfänger das Fotografieren erheblich vereinfachen und trotzdem erstaunliche Effekte mit der Einstellung der Blende erzielen.

 

Die Bedeutung der Blende für die Schärfentiefe

Veränderungen an der Blende haben große Auswirkungen auf das entstandene Bild, vor allem auf die Schärfentiefe. Fotografen verstehen unter Schärfentiefe die Anzahl der Gegenstände, die im Bild scharf zu sehen sind.

Bei einer großen Schärfentiefe sind viele Gegenstände scharf abgebildet. Bei einer geringen Schärfentiefe sind es dagegen nur wenige.

Wenn ein Bild mit einer weit geöffneten Blende (also zum Beispiel f/1,8 oder f/3,5) aufgenommen wurde, dann sind nur wenige Details auf dem Bild wirklich scharf zu sehen. Je kleiner die Blende gewählt wird, desto mehr Objekte sind auf dem Foto scharf zu sehen.

Bei Landschaftsaufnahme wollen Fotografen in der Regel, dass möglichst viele Gegenstände scharf abgebildet werden. Dafür muss eine möglichst geschlossene Blende gewählt werden.

Anders sieht es oft bei der Fotografie von Menschen aus. Hier werden oft Fotos gemacht, bei denen der Hintergrund verschwimmen soll. Dadurch wird das Motiv – die Person – hervorgehoben. In diesem Fall wird eine offene Blende gewählt.

Ein anderes Beispiel kommt aus dem Bereich der Makrofotografie: Bei einer Libelle, die mit einer weit offenen Blende fotografiert wurde, erscheint diese scharf, der Hintergrund aber unscharf. 

Libelle auf Pflanze Foto: © "Tobias Meinhardt - xyfoto.de"


Durch die Einstellung der Blende und sich daraus ergebende Schärfentiefe hat der Fotograf viele Möglichkeiten der Bildgestaltung. So kann der Blick des Betrachters ganz bewusst auf bestimmte Details gelenken und andere Details ausgeblendet werden.

 

Fotografie-Tipps für Anfänger

Noch Anfänger in der Fotografie? Sie möchten mehr über perfekte Bilder, Spiegelreflexkameras und das Fotografieren lernen? Dann schauen Sie sich die Tutorials auf unser Fotografie‐Tipps für Anfänger Seite an. 

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