Tutorial

Spiegelreflex-Kamera-Basics #1: Einstellung des Modus (Drehrad)

Welche Modi hat die Kamera? Was bedeuten M, P, S, TV und die anderen Symbole auf dem Drehrad?

Spiegelreflex-Kamera-Basics #1: Einstellung des Modus (Drehrad) Foto: xyfoto.de
10.01.2015

Noch keine Ahnung vom Fotografieren? Das erste Mal eine DSLR-Kamera in der Hand? Das Basics Tutorial für Fotoanfänger erklärt die wichtigsten Funktionen einer Kamera und wie das Beste aus einem Motiv geholt werden kann. Angefangen mit den verschiedenen Modi, die bei fast jeder Kamera eingestellt werden können: Was bedeuten die kryptischen Zeichen auf dem Drehrad der Kamera: M, P, A, S, SCN und die anderen Symbole?

M-Modus: Manueller Modus

Kamera Modus M-Modus (Manueller Modus)

Im Manuellen-Modus kann das meiste aus dem Bild herausgeholt werden, erfordert jedoch auch gewisse Grundkenntnisse. Der M-Modus ist ein komplett manueller Modus und so muss alles an der Kamera selber eingestellt werden: Verschlusszeit, Blende, ISO & Weißabgleich. Dieser Modus ist sowohl für Fortgeschrittene als auch für Anfänger perfekt.

Warum gerade für Anfänger, wenn dieser Modus doch so kompliziert ist? Ganz einfach: Im M-Modus lernt man seine Kamera verstehen!

Denn im Manuellen-Modus ist man gezwungen sich mit all den Einstellmöglichkeiten der Kamera auseinanderzusetzen um das perfekte Bild einzufangen. Klar werden die ersten Bilder noch keine Meisterwerke sein und es werden viele überbelichtete, unterbelichtete oder verwackelte Bilder herauskommen, aber je mehr im M-Modus geübt wird, desto besser werden die Fotos. Deswegen klare Empfehlung: Direkt als Einsteiger schon sehr viel im M-Modus fotografieren.

Kamera Modus M-Modus Foto: © "xyfoto.de"

 

AV- oder A-Modus (Blendenpriorität)

Kamera Modus AV- oder A-Modus (Blendenpriorität-Modus)

Der AV- oder A-Modus (engl. „Aperture Priority Mode“ = „Blendenprioritäts-Modus“) ist ein Halbautomatik-Modus: In diesem Modus wird bereits viel durch die Kamera automatisch eingestellt, jedoch kann die Blende noch manuell verstellt werden. Nachdem die Blende eingestellt wurde, ermittelt die Kamera automatisch die korrekte Verschlusszeit, so dass ein perfekt belichtetes Bild eingefangen wird.

 

TV- oder S-Modus (Verschlusszeitpriorität)

Kamera Modus TV- oder S-Modus (Verschlusszeitpriorität-Modus)

Der TV- oder S-Modus (engl. „Sutter Priority Mode“ = „Verschlussprioritäts-Modus“) ist ähnlich dem A- oder AV-Modus ebenfalls ein Halbautomatik-Modus: In diesem Modus wird bei einer variablen Verschlusszeit automatisch die richtige Blende eingestellt. Perfekt für schnelles Fotografieren von bewegten Motiven:

Kurze Belichtungszeit für schnelle Bewegungen, lange Belichtungszeit, um Bewegungspuren einzufangen.

Was die Verschlusszeit bedeutet kann hier nachgelesen werden.

 

P-Modus (Programmautomatik)

Kamera P-Modus (Programmautomatik-Modus)

Der P-Modus ist immer ein Modus zwischen der Halbautomatik und Vollautomatik – dies hängt häufig von dem Kameramodell ab. Es wird bereits fast alles von der Kamera übernommen, bestimmte Werte können jedoch noch selber eingestellt werden (je nach Kameramodell kann mehr oder weniger eingestellt werden):

In der Programmautomatik ermittelt die Kamera sowohl die richtige Verschlusszeit, als auch die dazugehörige Blende für eine perfekte Belichtung. Bestimmte Werte, wie der ISO-Wert können noch manuell eingestellt werden.

Kamera Modus Programmautomatik Foto: © "xyfoto.de"

 

Erweiterte Automatik

Kamera erweiterte Automatik-Modus

Viele DSLR-Kameras besitzen neben der Programmautomatik noch zusätzliche Automatik-Modi, wie beispielsweise der intelligente Automatik-Modus oder der überlegene intelligente Automatik-Modus. Diese Modi regeln fast alle Einstellungen und verwenden teilweise sogar bestimmte Filter. Dabei entscheidet die Kamera, ob ein Blitz benötigt wird (und klappt diesen je nach Kamera-Typ auch automatisch aus) und ermittelt den notwendigen ISO-Wert.

 

Spezielle Automatik-Modi

Porträt-Modus

Kamera Porträt-Modus

Der Porträt-Modus wird genutzt, um Nahaufnahmen von Personen oder Objekten zu fotografieren. Im Porträt-Modus wird die Kamera automatisch eine weit geöffnete Blende (niedrige Blendenzahl) einstellen, so dass der Hintergrund möglichst unscharf dargestellt und das gewollte Porträt hervorgehoben wird.

Der Porträt-Modus funktioniert am besten, wenn man sehr nah an die Person oder das Objekt heran kommt, beispielsweise durch annähern oder heranzoomen.

 

Landschafts-Modus

Kamera Landschafts-Modus

Dieser Modus ist fast genau das Gegenteil zum Porträt-Modus. Denn im Landschafts-Modus wird die Kamera eine möglichst geschlossene Blende (hohe Blendenzahl) einstellen, so dass die Schärfenuntiefe sehr niedrig ist. Dadurch kann eine komplette Landschaft, mit Objekten die näher stehen und weiter entfernten Objekten komplett scharf fotografiert werden.

Der Landschaft-Modus kann somit besonders gut in Szenen, bei denen mehrere Objekte oder Personen den Fokus erhalten und scharf dargestellt werden sollen eingesetzt werden.

Dadurch, dass die Blende möglichst geschlossen wird, fällt in diesem Modus weniger Licht auf die Sensoren. Gerade bei schlechten Lichtverhältnissen kann dies ein Problem sein. Deswegen wird im Landschaftsmodus eine längere Belichtungszeit gewählt, so dass das Bild nicht unterbelichtet ist. Bei längeren Belichtungszeiten ist jedoch darauf zu achten, dass das Bild nicht verwackelt. Die Kamera muss möglichst still gehalten oder das Bild mit Hilfe eines Statives aufgenommen werden.

 

Makro-Modus

Kamera Makro-Modus

Der Makro-Modus ist speziell für extreme Nahaufnahmen gedacht. So kommen kleine Objekte oder Tiere, wie Blumen und Insekten ganz groß raus. Der Makro-Modus solle eingestellt werden, wenn in einer Entfernung zwischen 2-10 cm zum Objekt fotografiert wird. In diesem Modus ist darauf zu achten, dass bei der Aufnahme mit Blitzlicht das Foto sehr schnell überbelichtet ist.

 

Sport- oder Action-Modus

Kamera Sport- oder Action-Modus

Dieser Modus eignet sich um schnell bewegende Objekte, wie beispielsweise Personen die Sport betreiben, Tiere die sich schnell bewegen (rennende Hunde) oder fahrende Autos zu fotografieren. Mit dem Sport-Modus kann die Bewegung festgehalten werden und die Aktion wirkt wie eingefroren. Im Sport-Modus ist die Belichtungszeit sehr kurz, so dass gute Lichtverhältnisse notwendig sind.

 

Nacht-Modus

Kamera Nacht-Modus

Der Nacht-Modus sollte bei schlechten Lichtverhältnissen, am Abend oder in der Nacht gewählt werden. Die Kamera wählt in diesem Modus eine besonders lange Belichtungszeit, nimmt jedoch meist trotzdem noch einen Blitz zur Lichtunterstützung hinzu. So können sehr interessante Effekte entstehen. Denn der Hintergrund ist, auch wenn der Blitz nicht stark genug ist, durch die lange Belichtungszeit trotzdem zu sehen.

Sollte in diesem Modus fotografiert werden, empfiehlt sich der Einsatz eines Statives, ansonsten wird der Hintergrund unscharf. Manchmal möchte man jedoch genau diesen Effekt („Slow Sync Flash“-Effekt) erzielen.

Leuchtendes Verbotsschild im Sonnenuntergang Foto: © "ap - xyfoto.de"

Leuchtendes Verbotsschild im Sonnenuntergang (Fotografiert mit langer Belichtung und Blitz)

Kamera:Sony Alpha 58
Objektiv:Sony SAL1855 3,5-5,6 / 18-55mm DT SAM
Verschlusszeit:0.5"
Brennweite:35mm
Linse:F5.6
ISO:400

 

Kein-Blitz-Modus

Kamera Kein-Blitz-Modus

Im Kein-Blitz-Modus werden die Einstellungen der Automatik verwendet, nur wie der Name schon besagt bleibt der Blitz dabei aus. Dieser Modus ist für Räume oder Orte geeignet, in denen kein Blitz erlaubt ist, wie beispielsweise in Kirchen.

 

Film-Modus

Kamera Film-Modus

Mit diesem Modus wird aus einer Kamera, die nur Fotos aufnimmt eine Video-Kamera. Denn im Film-Modus können wie der Name schon verrät Videos und ganze Filme aufgenommen werden. Die meisten modernen digitalen Kameras unterstützen diesen Modus. Somit nimmt die Kamera nicht nur bewegte Bilder, sondern auch den dazugehörigen Ton mit auf. Zwar reicht die Qualität meist nicht an die Standard-Bild-Qualität der Kamera  heran, neue Kameras überzeugen jedoch mit ihren Resultaten.

Bei der Aufnahme von HD-Filmen sollte jedoch daran gedacht werden, dass genügend Speicherplatz frei ist. Denn hochauflösende Videos nehmen sehr viel Speicherplatz in Anspruch. 

 

Fotografie-Tipps für Anfänger

Noch Anfänger in der Fotografie? Sie möchten mehr über perfekte Bilder, Spiegelreflexkameras und das Fotografieren lernen? Dann schauen Sie sich die Tutorials auf unser Fotografie‐Tipps für Anfänger Seite an. 

Interessante Artikel

Tutorial

 Was ist Exif?

Was ist Exif?

Wie können die Bild-Metadaten genutzt und ausgelesen werden?

Exif ist ein Standardformat, mit dem Metadaten von digitalen Bildern abgespeichert werden können. Obwohl dieser Begriff vielen Anfängern nicht geläufig sein wird, handelt es sich um ein sehr nützliches und dennoch unkompliziertes Utensil in der digitalen Fotografie, das gerade für Anfänger einen großen Nutzen hat. Exif ist die Abkürzung für Exchangeable Image File.

weiterlesen »

Testbericht

Test Canon EOS 700D digitale Spiegelreflexkamera im Test

Canon EOS 700D digitale Spiegelreflexkamera im Test

Spiegelreflexkamera-Mittelklasse: Würdige Nachfolgerin der 650D und größere Schwester der 100D

Im Gegensatz zur EOS 100D, ihrer kleinen Schwester, besitzt die 700D recht üppige Gehäuseabmessungen. Durch die kräftig ausgeformte Daumenmulde und den weit nach vorne gezogenen Handgriff liegt sie gut in der Hand. Der Auslöser liegt perfekt unter dem rechten Zeigefinger, eine kleine Bewegung nach hinten ist ausreichend um das Einstellrad zu bedienen.

zum Test »